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02.01.08
Brückenschlag nach Mexiko


VON: ROLF DEWENTER



Mexiko, das heißt für jährlich Tausende deutscher Besucher: Mariachi, Maya und Urlaub an Traumstränden. Ein weniger folkloristisches Bild gewinnen bundesrepublikanische Unternehmen, die im Rahmen ihrer globalen Wachstumsstrategien auf den wichtigen Standort Mexiko setzen. Ein hoch entwickelter Headliner des lateinamerikanischen Marktes macht abseits der touristischen Pfade von sich reden.

Seit sich das Land 1994 mit den USA und Kanada zur NAFTA (North American Free Trade Agreement) zusammengeschlossen hat, haben weltweit bedeutende Automobilhersteller ihre Präsenz vor Ort ausgebaut. Im Sog dieser Entwicklung ist es für viele mittelständische Zulieferer unerlässlich geworden, ihre Wettbewerbsfähigkeit über eigene, regionale Produktionsstandorte zu optimieren.

Mexikos Bedeutung als Fertigungsstandort hat neben der Integration in die NAFTA durch das Freihandelsabkommen mit der EU und weiteren Handelspartnern erheblich an Aufwind gewonnen. Zudem bestehen natürlich auch mit allen Ländern Lateinamerikas Abkommen sowie traditionell gute Handelsbeziehungen, die zum derzeit größten Handelsvolumen innerhalb des Kontinents beitragen. Entsprechend eröffnen sich Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in Mexiko nicht nur Perspektiven für die Belieferung des nationalen Marktes.

Zu den zehn größten Exportnationen gehörig, praktiziert Mexiko eine liberale Wirtschaftspolitik, die europäischen Unternehmen optimale Bedingungen für ein Engagement eröffnen. Das Land verfügt über ein hohes Potenzial gut ausgebildeter Arbeitskräfte und kann sich in punkto Produktivität und Qualitätsstandards am internationalen Umfeld messen lassen.

Firmengründungen deutscher Mittelständler haben in den letzten Jahren erheblich zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen, wenngleich sie nach wie vor optimierungsbedürftig ist. Noch immer wird ein relativ hoher Anteil an Vormaterial aus Deutschland importiert, und weiterhin besteht ein Bedarf an Zulieferern, die Qualitäts-, Spezifikations- und Zuverlässigkeits-Lücken schließen können.

Finanzierung

Dieses Szenario von Chancen und Bedingungen vorausgesetzt, ist der Sprung nach Mexiko bei einer bestehenden Kunden-/Lieferantenbeziehung durchaus eine Gewinn versprechende Entscheidung. Und mit dem Multi Industrial Fund (MIF) steht eine Möglichkeit der Wachstumsfinanzierung zur Verfügung, die über eine notwendige Kapitalausstattung hinaus auch die strategisch wichtigen Fragen von Standortauswahl, Besonderheiten der Geschäftspraxis, Marktentwicklung, Mitarbeiter- und Führungskräftewahl etc. (in Anbindung an ein großes Personal-Netzwerk) begleitet und beantwortet.
 


Der MIF beteiligt sich minderheitlich und befristet über die Einbringung von Eigenkapital an der mexikanischen Gesellschaft. Die Mutter in Deutschland wird somit in der Finanzierungshöhe durch den Fond vom eigenen Mitteleinsatz wie auch von einem jährlichen Zinsaufwand entlastet.

Wer steht hinter der Idee? Die Gründungsväter von MIF sind führende internationale und mexikanische institutionelle sowie private Investoren. Geleitet wird der Fond durch den Fond-Manager "WAMEX Private Equity Management", dem renommierte Fachleute aus Industrie, Finanzwesen und Administration angehören.

Die hier gebündelte Kompetenz ist auf den Zweck ausgerichtet, die Ressourcen des deutschen Partners wertsteigernd zu ergänzen und einen reibungslosen Ablauf wie auch den profitablen Rücklauf der Investitionen zu gewährleisten. Als strategischer Partner hat MIF somit ein genuines Interesse an der positiven Entwicklung des vor Ort gegründeten Unternehmens und wirkt in einem klar definierten Rahmen aktiv an dieser Ausgestaltung mit.

Wamex begleitet das lokale Management der deutsch-mexikanischen Tochtergesellschaft über zwei Mandate im lokalen Aufsichtsgremium. Nur insoweit wird, neben den angesprochenen strukturellen Supports,  ein aktiver Beitrag zur Wertsteigerung des Unternehmens geleistet. Eine Beteiligung am operativen Geschäft wie auch die Mitwirkung in der Geschäftsführung sind ausgeschlossen. Übrigens auch eine Beteiligung bei zwei Mitbewerbern um das gleiche Marktsegment.

Fazit: Das Konzept von MIF und WAMEX dürfte in dieser Form einmalig sein. Eine Teilung des unternehmerischen Risikos qua Minderheitsbeteiligung, ohne Einmischung in das Tagesgeschäft, stellt schon einen Startblock besonderer Qualität dar. Abgesichert ist er auf Seiten des Kapitalgebers neben der Beschränkung auf eine Maximaleinlage von 12 Mio USD insbesondere durch die Bereitstellung von spezifischer Kompetenz, die eine "sanfte Landung" am ungewohnten Standort einleitet. Die Erfahrung lukrativer Exits aus ihrem Finanzierungsmodell lässt die Anbieter in jedem Fall auf neue Partnerschaften hoffen.








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