Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Wolfgang Tiefensee, zeigte sich erfreut über die Ergebnisse einer Studie der Dresdener Niederlassung des Münchener ifo-Instituts.
Das Gutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung der neuen Länder belegt: Vor allem technologieorientierte Unternehmen aus aller Welt schätzen Standortfaktoren wie die gute Infrastruktur und die gute Forschungslandschaft.
Tiefensee stellte die Studie in in Berlin gemeinsam mit ifo-Geschäftsführer Marcel Thum vor. "Wir werden auf diese Stärken setzen und unsere Auslandswerbung zielgerichtet weiter ausbauen", kündigte der Minister an.
Gute Infrastruktur, Nachholbedarf beim Arbeitsmarkt
Im Rahmen eines Forschungsauftrags haben die Forscherinnen und Forscher den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland mit Konkurrenzstandorten in Mittel- und Osteuropa sowie in Asien verglichen. Dabei zogen sie neben Investitionsdaten die Ergebnisse von Befragungen in- und ausländischer Investoren heran.
Die Wissenschaftler um ifo-Chef Professor Thum haben dabei zwölf Standortfaktoren ausgemacht, die Investitionsentscheidungen besonders beeinflussen. Im internationalen Vergleich zeigt Ostdeutschland bei acht dieser Faktoren eine gute bis sehr gute Performanz. Das betrifft im wesentlichen rechtliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen. Schlechter schneiden die neuen Länder bei der Regulierung des Arbeitsmarktes, den Arbeitskosten und der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ab.
Die Experten weisen darauf hin, dass in der Vergangenheit gerade Hochtechnologie-Unternehmen die Wissenschafts- und Wirtschafts-Cluster der neuen Länder genutzt haben. Diese Ansiedlungen brächten dauerhafte positive Rückwirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung ganz Ostdeutschlands mit sich, betonten sie.
Niedriglöhne keine Perspektive
Die Studie gibt zudem konkrete Empfehlungen, wie Politik und Verwaltung die Standortvorteile weiter ausbauen und Schwächen beheben können.
Das Gutachten stellt aber auch fest: Ostdeutschland kann und soll im internationalen Standortwettbewerb nicht mit Löhnen unter einem bestimmten Niveau konkurrieren. Stattdessen sollten die neuen Länder konsequent auf ihre Stärken bei Infrastruktur und Forschung setzen.
Dazu soll nach dem Willen von Tiefensee künftig auch eine zielgerichtete Auslandswerbung beitragen. "Die Bedingungen, in Ostdeutschland zu investieren, sind offenbar sehr, sehr gut. Leider wissen das noch zu wenige Investoren", so der Minister. Zugleich stellte er in Aussicht, der Bund werde seine Anstrengungen für Bildung und Ausbildung in den neuen Ländern weiter verstärken. Das soll die Versorgung mit qualifizierten Fachkräften sicherstellen.
Quelle: Magazin für Wirtschaft und Finanzen der Bundesregierung